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Studieren trotz chronischer Krankheit

Chronische Krankheiten umfassen ein sehr weites Spektrum unterschiedlichster Krankheitsbilder. Je nach Krankheit treten schubweise oder permanent Konzentrationsschwierigkeiten, Stimmungsschwankungen und andere Beeinträchtigungen auf – infolge von Schmerzen oder als Nebenwirkung von Medikamenten.

Hochschulen sind daher gefordert, individuelle Lösungen zu finden:

  • Nehmen Sie sich die Zeit, auf betroffene Studierende einzugehen – gemeinsam finden sich Lösungen, die für alle stimmen.
  • Informieren Sie sich über die Krankheit, und passen Sie Ihr Studienprogramm den Bedürfnissen an.
  • Ermöglichen Sie einen Assistenzdienst für Notiznahme oder genehmigen Sie das Aufzeichnen der Vorlesung.
  • Seien Sie offen für Sonderregelungen beispielsweise bezüglich Abgabeterminen, Pausen oder Fernstudium.
  • Zeigen Sie Verständnis für krankheitsbedingte Studienunterbrüche, und gewähren Sie entsprechende Verlängerung des Studiums.
  • Betreuen Sie die Betroffenen eng, und helfen Sie bei Problemen – bieten Sie insbesondere bei obligatorischen Praktika Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Stelle.
  • Eine regelmässige Unterrichtsteilnahme kann schwierig sein – seien Sie offen für Sonderregelungen.
  • Ermutigen Sie Ihre Studierenden, über ihre Situation zu reden – das schafft Verständnis und klärt Bedürfnisse.
  • Unterstützen Sie den Einsatz technischer Hilfsmittel und persönlicher Hilfe (Notiznahme, Literaturrecherche, etc.).
  • Erlauben Sie das Aufzeichnen der Veranstaltung.
  • Machen Sie mehrere Pausen – verkürzen Sie die Präsenzzeiten.
  • Seien Sie offen für Sonderregelungen und alternative Leistungsnachweise, wenn dies aufgrund der chronischen Krankheit notwendig ist.

Weiterführende Informationen

Selbsthilfe- und Fachorganisationen

  • Die Rheumaliga Schweiz informiert, berät und bietet Kurse an für Betroffene degenerativer Erkrankungen (Abnützung), entzündlicher Erkrankungen, Weichteilrheumatismus und Knochenerkrankungen – z.B. Arthrose, Arthritis, Weichteilerkrankungen und Osteoporose.
  • Die Schweizerische Neurofibratomose-Vereinigung informiert in einer umfassenden Broschüre über die Krankheit.
  • Die Schweizerische Fibromyalgie-Vereinigung informiert über die Krankheit und ermöglicht Austausch in Selbsthilfegruppen.
  • Die Schweizerische Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung SMCCV informiert, berät und unterstützt Betroffene und deren Angehörigen.
  • Die Schweizerische Diabetes Gesellschaft SDG will die Lage der Diabetiker/innen in der Schweiz verbessern.
  • Der Schweizerische Verein für Epilepsie Epi-Suisse berät, informiert, vermittelt und unterstützt rund ums Thema.
  • Die Schweizerische Interessengemeinschaft Phenylketonurie und andere mit Eiweisseinschränkung behandelte Stoffwechselstörungen CHIP fördert Massnahmen, die die Lebenssituation und Lebensqualität der Betroffenen und deren Angehörigen verbessern.
  • Die Schweizerische Hämophilie-Gesellschaft SHG ist eine Selbsthilfeorganisation, die sich für Hämophile und Betroffene mit anderen angeborenen Gerinnungsstörungen sowie deren Angehörige einsetzt.
  • Die Schweizerische Narkolepsie Gesellschaft SNaG fördert die Kommunikation unter Betroffenen und das Verständnis in der Öffentlichkeit.