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Studieren trotz Legasthenie/Dyslexie oder Dyskalkulie

Menschen mit Legasthenie/Dyslexie haben grosse Mühe mit Lesen und Schreiben. Erwachsene mit Legasthenie lesen oft langsam und ungenau. Den Sinn eines Textes zu erfassen ist für sie oft sehr anstrengend und zeitaufwändig – ebenso das Erkennen und Korrigieren von Rechtschreibefehlern. Menschen mit Dyskalkulie verstehen Zusammenhänge der Basismathematik nicht oder nur mangelhaft. Diese Schwierigkeiten sind auf neurobiologische Ursachen zurückzuführen. Doch Legasthenie wie Dyskalkulie kommen auch bei Hochbegabten vor!

Erleichtern Sie Betroffenen den Studienalltag:

  • Strukturieren Sie Ihren Unterricht klar, und stellen Sie sicher, dass der Lernstoff über verschiedene Sinne (multisensorisch) aufgenommen werden kann: Visualisieren Sie Ihre Texte und Aussagen, lassen Sie Erkenntnisse erfühlen.
  • Wählen Sie für schriftliche Unterlagen eine klare, genügend grosse Schriftart (z.B. Arial 12 Punkt), und gliedern Sie Ihre gedruckten wie auch Ihre projizierten Texte.
  • Stellen Sie Ihre Unterlagen frühzeitig und in elektronischer Form zur Verfügung – der Ausdruck auf farbigem Papier statt auf weissem kann das Lesen erleichtern (vermeidet Blenden).
  • Verzichten Sie wenn möglich auf unbekannte Fachwörter – führen Sie neue Fachbegriffe und Fremdwörter gezielt schriftlich und mündlich ein.
  • Verlangen Sie nicht von Studierenden mit einer Legasthenie, einen Text vorzulesen.
  • Erlauben Sie elektronische Hilfsmittel wie Scanner-Stifte, Fotoapparate und Diktiergeräte, um den Unterricht festzuhalten.
  • Seien Sie offen für Sonderregelungen beispielsweise bezüglich Verlängerungen des Abgabetermins, Zeitzuschlag bei Prüfungen, alternative Leistungsnachweise – z.B. mündliche Prüfungen statt schriftliche.
  • Verzichten Sie bei Prüfungsfragen auf komplizierte Formulierungen.
  • Gewähren Sie an Prüfungen das Recht, Verständnisfragen zu stellen oder den Inhalt zu klären.
  • Grenzen Sie die einzelnen Fragen bei schriftlichen Prüfungen klar erkennbar voneinander ab – geben Sie vorab Beispiele, um die Gestaltung Ihrer Prüfungsblätter vertraut zu machen.
  • Erlauben Sie das Verfassen schriftlicher Prüfungen auf dem Computer: Vorleseprogramme (Text to Speech) erleichtern dem/der Studierenden das Lesen, Korrekturprogramme die korrekte Schreibweise – und Ihnen die Korrektur.
  • Erlauben Sie das Benützen eines Taschenrechners, auch bei einfachen Aufgaben.
  • Gewähren Sie bei mündlichen Prüfungen genügend Zeit zum Antworten – manche Menschen mit Dyslexie können sich ihre Antwort erst überlegen, wenn sie fertig gelesen resp. zugehört haben.
  • Bewerten Sie in schriftlichen Prüfungen ausschliesslich den Inhalt und nicht die Rechtschreibung.
  • Bieten Sie bei Praktika – insbesondere bei obligatorischen – Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Stelle.

Weiterführende Informationen

Selbsthilfe- und Fachorganisationen

  • Der Verband Dyslexie informiert, berät und unterstützt Betroffene und deren Angehörige.