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Bestandsaufnahme zu hindernisfreiem Studieren

Die 2010 durchgeführte Bestandesaufnahme über die Zugänglichkeit von Schweizer Hochschulen für Studierende mit Behinderung macht deutlich: «Das steckt noch in den Kinderschuhen.» Die Antworten der 34 Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH), Universitäten, Fachhochschulen (FH) und Pädagogische Hochschulen (PH) zeigten:

  • Ein Grossteil der befragten Hochschulen hat keine Ansprechperson für Studierende mit Behinderung bezeichnet.
  • Die Zuständigkeit für Fragen rund um Behinderungen wird nicht klar nach aussen kommuniziert.
  • Nachteilsausgleiche werden zwar ermöglicht, sind jedoch sehr umständlich.
  • Zusammenarbeit und Austausch zwischen den Hochschulen findet nur punktuell statt – insbesondere der Röstigraben ist spürbar.
  • Die baulichen Zugänge sind unterschiedlich – die Kommunikation über die Zugänglichkeit gilt es generell zu verbessern.
  • Wird in Hochschulen von Gleichstellung gesprochen, werden Menschen mit Behinderung meist nicht explizit erwähnt.
  • Vielen Hochschulen ist nicht klar, welche ihrer Studierenden welche Art von Unterstützung benötigen.
  • Der Begriff Behinderung wird meist mit «Rollstuhl» in Verbindung gebracht – das breite Spektrum von Behinderungen ist nicht bekannt.

Die Resultate dieser Studie führten zum Projektstart und letztlich zur vorliegenden Website.

Deutsche Studie bestätigt Schweizer Ergebnisse

Eine Studie des Deutschen Studentenwerks (DSW) kommt zu ähnlichen Ergebnissen für Deutsche Hochschulen: Studierenden mit Behinderung kämpfen unter anderem mit zeitlichen und organisatorischen Vorgaben, Skripten voller Barrieren und fehlender Unterstützung. Behinderungsspezifische Beratungsangebote von Hochschulen und Studentenwerken werden mehrheitlich als hilfreich angesehen. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass sich gerade chronischkranke Studierende von den bestehenden Beratungsangeboten nicht angesprochen fühlen.

Weitere Literatur